Prop-Trading (kurz für "Proprietary Trading") bedeutet, dass du nicht mit deinem eigenen Geld handelst, sondern mit dem Kapital einer sogenannten Prop-Firma. Im Gegenzug bekommt die Firma einen Anteil an deinem Gewinn. Für viele ist das der Einstieg, um mit größerem Kapital zu traden, ohne selbst ein hohes finanzielles Risiko einzugehen.

Wie funktioniert das?

Du kaufst dir bei einer Prop-Firma einen Account mit einer bestimmten Kontogröße — zum Beispiel 25.000 $ oder 100.000 $. Bevor du mit echtem Firmenkapital handeln darfst, musst du aber erst zeigen, dass du diszipliniert und profitabel traden kannst. Genau dafür gibt es die sogenannte Evaluation bzw. Challenge.

Die Evaluation-Phase

In der Evaluation handelst du auf einem Demokonto, das aber genauso funktioniert wie ein echtes. Dabei gelten klare Regeln, die von Anbieter zu Anbieter leicht variieren, im Kern aber meistens ähnlich sind:

  • Gewinnziel: Du musst innerhalb eines Zeitraums einen bestimmten Prozentsatz Gewinn erreichen (häufig 8–10 %).
  • Maximaler Drawdown: Dein Konto darf nie unter einen festgelegten Verlust-Schwellenwert fallen — weder insgesamt noch an einem einzelnen Tag.
  • Mindesthandelstage: Oft musst du an einer Mindestanzahl an Tagen gehandelt haben, damit die Evaluation nicht durch ein oder zwei Glückstreffer bestanden wird.
  • Konsistenz-Regeln: Manche Anbieter verlangen zusätzlich, dass dein Gewinn nicht überwiegend an einem einzigen Tag entstanden ist.

Und danach?

Bestehst du die Evaluation, wirst du zum "Funded Trader" und handelst mit dem Kapital der Prop-Firma — meist weiterhin auf einem simulierten Konto, dessen Ergebnisse aber real ausgezahlt werden. Deine Gewinne werden nach einem festen Split zwischen dir und der Firma aufgeteilt, häufig 80/20 oder 90/10 zu deinen Gunsten. Auch im Funded-Status gelten weiterhin Drawdown-Regeln — wirst du nachlässig, kann der Account gesperrt werden.

Worauf du achten solltest

  • Regelwerk genau lesen: Die Regeln entscheiden über Erfolg oder Misserfolg — nicht nur deine Trading-Fähigkeiten.
  • Klein anfangen: Eine kleinere Kontogröße für den Einstieg reduziert den Druck und die Kosten, falls die erste Challenge nicht klappt.
  • Prozess vor Ergebnis: Wer nur auf das Gewinnziel starrt, neigt zu Übertrading und emotionalen Fehlern — genau das führt meistens zum Scheitern.
  • Reputation des Anbieters prüfen: Nicht jede Prop-Firma zahlt zuverlässig aus. Erfahrungsberichte und ein transparentes Regelwerk sind ein gutes Zeichen.

Prop-Trading ist kein Weg zum schnellen Geld, sondern eher eine strukturierte Möglichkeit, dein Trading unter realen, aber begrenzten Risiken zu testen. Genau deshalb ist die Prop-Challenge bei uns auch eine eigene Station im Wegweiser — als Bewährungsprobe, nachdem Grundlagen, Übung und Journal-Führung bereits sitzen.